Eher unscheinbar von außen sieht die Neue Kirche aus, die diesen Namen bis heute behalten hat. Es hängt dabei vom Standpunkt ab, ob man sie als das Kirchenschiff ansieht, das zum Turm der St. Marien Kirche gehört.

Im April 1945 wurden die St. Marien Kirche und die St. Georgen Kirche so stark beschädigt, daß kontinuierliches kirchliches Leben darin prakisch unmöglich war. Eine Bartning-Notkirche aus dem Kirchenbauprogramm nach dem Zweiten Weltkrieg, für die sich schnell der Name "Neue Kirche" einbürgerte, sollte dieser Not abhelfen. Einzigartig die Holzbauweise bei einer Kirche in Wismar - die durch  den Backstein der Wände dennoch mit den anderen Kirchen verbunden bleibt.

Nach Plänen des Architekten Otto Bartning wurde sie als letzte ihres Typs gebaut und am 12. 8. 1951 geweiht. Die Holzbinderbauweise war kostengünstig, mit wenig Materialaufwand und viel Eigenleistung der damaligen Gemeinden zu verwirklichen. Auf den vorgefertigten Holzbindern ruht ein formschönes, einem Zelt ähnliches Dach und erinnert an ein Wort aus dem Hebräerbrief (Kap.13, Vers 14):"Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir".
Die Steine für die Ausfachung der Wände stammen von der alten Superintendentur, die bis Kriegsende an dieser Stelle stand.

Erst 1966 konnte eine Orgel der Fa. Sauer eingeweiht werden. 2008 kam eine feine, kleine Truhenorgel dazu, die als transportables Instrument auch an anderen Orten, z.B. der St. Georgen Kirche eingesetzt werden kann.

Ältestes und zugleich wertvollstes Stück der Ausstattung in der Neuen Kirche ist das Retabel des Passionsaltars aus St. Georgen. Es wurde kurz nach 1400 in einer Wismarer Werkstatt gefertigt und zeigt Stationen aus der Leidensgeschichte Jesu. Während der letzten Kriegstage wurde der Altar vermutlich aus der St. georgen Kirche nach Bützow ausgelagert und 1975 in der Neuen Kirche aufgestellt. Nach ersten Restaurierungsarbeiten im Jahre 1949 konnte eine neue, gründliche Restaurierung kürzlich abgeschlossen werden.

Zu erwähnen ist weiterhin das bronzene, mit Löwenmasken verzierte Taufbecken. Es wurde in der Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffen.